Wie kommt mein Kind am Besten an

ein kleiner Überblick zum Start in der Tagespflege

Eine oft gestallte Frage dreht sich um das Thema Eingewöhnung. Wie läuft diese ab und was muss man dabei beachten? An dieser Stelle möchte ich einen kurzen Überblick zu diesem sehr wichtigen Thema geben. Ich bitte jedoch darum zu beachten, dass ich hier nur über die Eingewöhnung im Wichtelwald berichte, nicht über die Eingewöhnung in anderen Tagespflegen, die vielleicht völlig anders abläuft.

Grundsätzlich kann man sagen, ein Kind gilt als eingewöhnt, wenn es drei Herausforderungen genommen hat. Diese bestehen im Annehmen des Essens durch die Bezugsperson, im Zulassen des Windelwechsels durch die Bezugsperson sowie in der Herausforderung, in der Kindertagespflege mittags zu schlafen.

Man kann die Eingewöhnung nach verschiedenen Modellen abwickeln. Im Wichtelwald wende ich das Berliner Modell an. Dieses sieht grob gesagt eine schrittweise Eingewöhnung über einen Zeitraum von vier bis sechs Wochen vor. Dabei gilt, dass ein Elternteil oder eine Vertrauensperson des Kindes immer auf Abruf sein sollte, um beim Auftreten von Problemen zusammen mit der Tagespflegeperson positiv auf das Kind einzuwirken.

Da jedes Kind verschieden ist und damit auch unterschiedlich auf die Eingewöhnung reagiert, kann es mitunter etwas turbulent werden. Meine Erfahrungswerte zeigen mir jedoch immer wieder, dass man mit genug Geduld und Sicherheit eine gute Basis für das Kind in der Tagespflege schaffen kann. An dieser Stelle möchte ich daher einen kurzen Überblick geben, der je nach Kind jedoch immer individuell abweichen kann.

Wir beginnen in Woche eins mit einer Stunde. Hierfür empfiehlt sich der Vormittag, da wir diesen fast immer draußen verbringen. Das Kind lernt seine neuen Kameraden kennen, sitzt mit ihnen im Krippenwagen, lernt unsere Ausflugsziele kennen und macht die irgendwann die erste Obstpause mit. Sollte es sehr gut laufen, kann man hier auch die erste Trennung einbauen. Begonnen wird mit einer Stunde, die Zeit wird täglich erweitert.

In Woche zwei ist das Ziel, weiterhin an der Trennung zu arbeiten. Im Idealfall erreichen wir hier eine Betreuungszeit, welche vom Frühstück bis zum Mittagessen geht. Auch der Windelwechsel ist spätestens jetzt ein Ziel. Das Kind kann nach dem Mittagessen beobachten, wie der normale Tagesablauf in die Mittagsruhe übergeht.

In Woche drei liegt der Fokus auf der Mittagsruhe. Das Kind sollte nun den ganzen Vormittagsablauf kennen und gesehen haben, wie ruhig die anderen Kinder die Mittagsruhe angehen. Nun wird es Zeit, selber den Mittagsschlaf in der Tagespflege auszuprobieren. Hierbei sollten die Eltern nicht anwesend, aber anrufbereit sein. Es kann mehrere Tage dauern, um den richtigen Weg zu finden, das Kind an den Mittagsschlaf zu gewöhnen.

In der vierten Woche geht es nur noch um die letzten Details. Schrittweise wird die Betreuungszeit jetzt auch auf den Nachmittag ausgedehnt. Die letzten Probleme werden nach gemeinsamer Absprache gelöst. Eltern wie auch Tagespflegeperson gehen nochmal die Schritte der Eingewöhnung durch und schauen, was noch optimiert werden kann. Am Ende dieser Woche ist in der Regel die Eingewöhnung komplett abgeschlossen.

Übrigens, es gibt viele Dinge, mit denen man schon im Vorfeld die Eingewöhnung optimieren kann. Hier auf der Homepage sieht man zum Beispiel den Tagesablauf im Wichtelwald. Es ist hilfreich, das Kind ein bis zwei Monate vor der Eingewöhnung schon langsam an diesen Tagesablauf zu gewöhnen. Das Mittagessen nach und nach zeitlich anpassen oder das Kind an eine feste Aufstehzeit zu gewöhnen ist sehr hilfreich sein. Wenn wir täglich um neun rausgehen, kann man dies schon zu Hause mit dem Kind üben. Auch spricht nichts dagegen, sich ab und an "zufällig" über den Weg zu laufen. So kann das Kind schon vor der Eingewöhnung erste Kontakte knüpfen.